Ungewöhnlicher Start.
Die meisten Chaltbrunnental-Wanderungen starten entweder in Grellingen oder Zwingen. Allerdings zieht sich der Weg bis ins Tal da ganz schön hin. Besonders wenn es heiss ist, kann das eher suboptimal ausfallen. Ich meine, schwitzen und so kann man mögen oder nicht, aber für die Hunde ist es definitiv deutlich unangenehmer als für uns. Daher machen wir das heute anders und starten oberhalb von Brislach. Das hat zwei Vorteile: Erstens geht es zuerst mal eher runter als hoch. Mir gefällt das schon mal ganz gut. Zweitens ist man schnell im Wald, was wiederum gut für Hunde und hitzegeplagte Zweibeiner ist.
Hier kriegen wir schon mal eine nette Rundsicht über die Ebene zwischen Röschenz und Breitenbach. Das ganze wird von schönen Jura-Erhebungen umrahmt. Gefällt schon mal. Saftige Wiesen und gelbe Felder runden das Bild ab. Joya kann sich hier ganz dem Schnüffelprogramm widmen und ist sichtlich erfreut über den Start des Ausfluges. So mutt dat.

Rein ins Unterholz.
Nach nur wenigen Minuten geht es dann ab ins Unterholz. Oder eben halt auch nicht wirklich. Gute, breite Wege führen uns hier durch den Wald. Dichtes Blätterdach sucht man hier vergebens und so kriegen wir doch etwas mehr Sonne ab, als wir möchten. Aber immerhin hat es hier auch immer wieder mal Schatten. Also trotzdem eine gute Entscheidung.
ein kleines bisschen Steigung kriegen wir hier, aber das ist nun wirklich nicht der Rede wert.Alsbald geht es dann gut abwärts und runter zum Tal. Durch die von uns gewählte Route verpassen wir allerdings das Chessiloch. Da wurde noch im Zweiten Weltkrieg die Juralinie bewacht. Und daher hat man die ganzen Kantonswappen hingemalt. Wem es gefällt. Aber so einmal anschauen kann sich schon lohnen. Haben wir aber beide schon mehr als einmal gesehen und Joya könnte sowas nicht weniger interessieren, also weinen wir diesem Verlust keine Träne nach und kommen etwas oberhalb direkt bei der schönen Brücke rein ins Tal. Es kann also losgehen.

Und es rauscht nicht nur der Bach im Chaltbrunnental.
Nun sind wir also im unteren Chaltbrunnental. Ich komme öfters her. Es ist einfach schön und imposant hier. Wer gerne Wasser, Wald und Wasserfall fotografiert kriegt hier einiges an Motiven geliefert. Der Ibach begleitet uns nun in der Mitte des Tals und singt seine Wassermelodie im Akkord mit dem Rauschen des Blattwerks. Hier sind wir schon früh am Nachmittag grösstenteils im Schatten. Bei den 26 Grad an der Sonne draussen ist das sehr wilkommen. Joya spielt Hundepony und tänzelz um uns rum. Ein entspanntes vor und zurück beim Erkunden der Umgebung. Eine wahre Freude, wie sie gelöst ihrem Hunde-Business nachgehen kann. So ganz ohne Stress. Das Büro im Wald. So ist es Recht.
Wir passieren einige schöne Sachen hier: Felswände, Wasserfälle, und andere eindrückliche Naturmomente. Der Bach alleine ist schon ein Kleinod, aber so wunderschön eingerahmt einfach gleich nochmal so schön. Warum nur bin ich nicht noch öfters hier? Richtig: Ist jetzt nicht direkt ein Geheimtipp in der Umgebung und gerade an Wochenenden, in den Ferien und im Hochsommer touristisch überlaufen. Heute aber sind wir komplett alleine.

Chaltbrunnental: Mittig unterbrochen.
Ungefähr in der Mitte öffnet sich das Tal in einer Wiese. Hier geht auch die Strasse nach Himmelried durch. Danach kommt man in den oberen Abschnitt des Tals. Diesen, obwohl selber auch sehr schön, lassen wir heute aber aus. Warum? Kein bestimmter Grund. Vielleicht einfach Gewohnheit, weil hier ist das Umkehren so einfach. Oder warum auch immer.

Also kurz bevor der Mitte steigen wir aus dem Tal auf zurück in den Wald hoch, von dem wir kommen. Wir verlängern die Wanderung noch etwas und kommen erst etwas später zurück auf die Felder. Es ist zwar ausgesprochen schön zurück auf der Ebene zwischen Wiesen und Feldern, verblasst aber ganz klar hinter dem magischen Chaltbrunnental.
Joya lässt sich nicht beirren und freut sich genauso über die Wiesen wie sie sich im Wald gefreut hat. Hund sollte man sein.

Abschliessend möchte ich allen, die noch nie da gewesen sind, wärmstens empfehlen, das ganze Tal abzuwandern. Im unteren Chaltbrunnental ist man generell näher am Wasser und weniger „am Berg“, im oberen Teil kehrt sich dann das Bild etwas. Unsere verkürzte Wanderung bietet sich aber definitiv an, wenn man mal etwas weniger Zeit zur Verfügung hat, oder nicht auf die ÖV angewiesen sein möchte.